FORUM 5

Professionalisierung der Hochschullehre
Leitung: Dr. Edith Braun, wissenschaftliche Leiterin des HIS-Instituts für Hochschulforschung Hannover.
Prof. Dr. Georg Krücken, Professor für Hochschulforschung, Direktor des Internationalen Zentrums für Hochschulforschung (INCHER), Universität Kassel.

Qualitätsentwicklungen und die damit intendierte "Professionalisierung der Hochschullehre" gewinnen zunehmend an Bedeutung. So ist der Nachweis von Maßnahmen zur Qualitätssicherung notwendige Voraussetzung zur erfolgreichen Akkreditierung von Studienprogrammen. Insbesondere Fragen zur Implementation und Evaluation neuer Konzepte in der Hochschullehre sowie solche, die sich mit dem Lernen und dem Kompetenzerwerb von Studierenden beschäftigen, wird derzeit unter dem Stichwort „Qualität der Lehre“ nachgegangen. Bis heute ist allerdings nicht klar definiert, was unter Qualität der Lehre zu verstehen ist.
Wichtige Vorarbeiten entstammen der hochschuldidaktischen Forschung, die seit Mitte der 1970er Jahre die Lehrqualität theoretisch-konzeptuell und in empirischen Forschungen untersucht, die zumeist qualitativ ausgerichtet sind. Oftmals wird der konkrete Lernkontext in den Blick genommen. In den letzten Jahren sind zudem eher quantitativ ausgerichtete Forschungsprojekte entstanden, in denen Lehrqualität an Merkmalen der Lernumwelt und am Lernergebnis (sog. Outcomes) für die Studierenden gemessen wird. Beide Elemente, die Gestaltung von Lernumwelten und der studentische Lernzuwachs, verbinden unterschiedliche Forschungszugänge. Sie stehen darüber hinaus im Zusammenhang zur Einstellung der Lehrenden: So können Lehrende es eher als ihre Aufgabe verstehen, Fachwissen didaktisch gut aufbereitet weiterzugeben (Lehrendenorientierung) oder eher Impulse durch Aufgabenstellungen zu geben, die eine Interaktion benötigen (Studierendenorientierung). Ebenso wie bei den Studierenden stellt sich also auch bei den Lehrenden die Frage nach den Möglichkeiten der gezielten Beeinflussung, um gewünschte Ergebnisse hervorzubringen.
In diesem Panel soll mit insgesamt vier Vorträgen und anschließender Diskussionen den o.g. Fragen nachgegangen werden. Dabei werden jeweils zwei Vorträge zu folgenden, inhaltlich eng aufeinander bezogenen Themen gehalten, die Herausforderungen der Studienreform aus Sicht der Hochschulforschung in den Blick nehmen:

  1. Qualitätsmerkmale des Lehrkontexts und der Lernumgebung
  2. Möglichkeiten und Grenzen der Steuerung der Hochschullehre

Die beiden Veranstaltenden wählen die Vorträge aus, leiten sie ein und strukturieren die Diskussion mit einem kurzen Statement vor.

Referierende:

Prof. Dr. Uwe Wilkesmann
Technische Universität Dortmund
"Hat die Governance der Hochschule Einfluss auf den Teaching Approach von Professor/innen? Ergebnisse zweier deutschlandweiter Befragungen von Professor/innen."

Prof. Dr. Elke Wild
Universität Bielefeld
"Rational choice? Was Hochschulleitungen (nicht) zu "guter Lehre" beitragen können."

Prof. Dr. Marianne Merkt/Prof. Dr. Margret Bülow-Schramm
Universität Hamburg
"Wer bestimmt den Lernerfolg? Die Perspektive der Studierenden als Kriterium für Studienqualtiät und Lehrinnovation - Empirische Befunde aus dem USuS-Projekt und Transfer in den Hochschulalltag."

Prof. Dr. Sigrid Metz-Göckel/Marion Kamphans
Technische Universität Dortmund
"Hochschuldidaktische Forschung und Weiterbildung aus einem Guss. Bericht aus dem Forschungsprojekt Projekt Lehre, Wirksamkeit und Interventionen (LeWI )."